Unsere Tagesordnung ist wesentlich bestimmt vom Dienst der Ewigen Anbetung und vom Chorgebet. Der Psalmist sagt im Psalm 119: »Siebenmal am Tage singe ich dir Lob«. So dürfen auch wir sagen; denn sieben Gebetszeiten, die sogenannten Horen des Chorgebetes, verteilen sich über den gan­zen Tag und stellen ihn so ganz unter das Gotteslob.
Um 5.30 Uhr versammeln wir uns zum erstenmal im Chor, um in den L a u d e s dem Schöpfer das Morgenlied zu singen. Es ist der Dank für die Auferstehung Christi, den wir im Namen der Menschheit darbringen. Die anschließende Zeit der Meditation mündet ein in die Feier der Eucharistie.
                                                                  
Nach dem gemeinsamen Frühstück singen wir die Terz, die an die Sendung des Heiligen Geistes erinnert. Gott lobend verkünden wir seine Heilstaten und bitten um den Beistand des Gottesgeistes für Kirche und Welt. Dann fordert die Tagesarbeit den vollen, frohen Einsatz von Körper, Geist und Seele. Alle Schwestern beteiligen sich an den notwendigen Arbeiten, wie es ihren Kräften und Fähigkeiten entspricht.

Gegen 12.00 Uhr kommen wir wiederum in der Kirche zusammen, um die Sext zu singen; nach dem Mittagessen folgt die Non.

Wenn wir im Chor das Stundengebet feiern, sind wir mit dem ganzen Volk Gottes verbunden und singen es als Stimme der Kirche. Das ist unser großer Auftrag. In Lob und Dank bitten wir Gott zugleich für alle jene, die in pastoraler und missionarischer Tätigkeit stehen und für jegliche Not der Menschheit. Während wir zum Stundengebet als Kommunität im Chor versammelt sind, knien wir zu den übrigen Stunden des Tages und der Nacht jeweils wechselnd, in stiller Anbetung vor Christus in der Eucharistie, stell­vertretend für unsere Mitmenschen und für alle, die im großen Heilswerk der Verkündigung der Frohen Botschaft wirken, um dem Herrn Lobpreis und Dank darzubringen und seinen Segen zu erflehen.

In der Mitte des Tages lässt eine Stunde Freizeit Raum für kleine persönliche Interessen, wie Musizieren, Handarbeiten, Basteln, künstlersches Schaffen und dergleichen.
Privates Gebet, geistliche Lesung und Studium der Heiligen Schrift umfassen eine weitere Stunde des Tages.
Um 16.30 Uhr wird die Vesper gefeiert, das Abendgebet der Kirche. Die Grundstimmung der Vesper ist wesentlich vom Dank bestimmt, Dank für die Liebestat Christi in der Eucharistiefeier, Dank für den geschenkten Tag. Den Höhepunkt bildet das Magnifikat, das Dank- und Preislied der Mutter des Herrn, der große Lobpreis aller Erlösten. 

Um 18.00 Uhr singen wir im Chor die Lese-Hore. Man könnte sie auch als Wortgottesdienst im Stundengebet bezeichnen, weil in dieser Hore zwei län­gere Lesungen vorgetragen werden: eine aus der Heiligen Schrift des Alten oder Neuen Testamentes und die zweite aus den Schriften der Kirchenväter.
Die gemeinschaftliche Erholung nach dem Abendessen ist eine Zeit frohen, schwesterlichen Beisammenseins, in der wir Gelegenheit haben zum Aus­tausch im Gespräch, zu Gesang oder Spiel.
Die Komplet beschließt um 19.45 Uhr den Tag. Mit der Marianischen Schlussantiphon grüßen wir unsere himmlische Mutter und empfehlen ihrer Fürbitte noch einmal die Not und das Leid der ganzen Welt.
Nun senkt sich der Friede der Nacht über das Kloster und seine Bewohnerinnen. In der Kapelle jedoch beginnt der nächtliche Dienst der Ewigen Anbetung. Die Beterinnen knien in einstündigem Wechsel vor ihrem Herrn und Gott. Lobpreis, Dank und Fürbitte dauern ununterbrochen fort, bis am nächsten Morgen die Glocke die Kommunität wieder zu einem neuen Tag im Dienst Gottes und der Menschen ruft.

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