Arnold Janssen,
der Gründer unserer Kongregation,
»Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung«,
ist auch der Gründer der ersten katholischen deutschen Missionsgesellschaft,
der »Steyler Missionare« (Ge­sellschaft des Göttlichen Wortes; SVD / 1875)
und der »Steyler Missionsschwestern« (Dienerinnen des Heiligen Geistes / 1889).

Man staunt heute mit Recht über die Größe seines Werkes; aber nur wenige ahnen, mit welch ungeheuren Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte, nicht nur mit solchen, die mit dem damaligen Kulturkampf unter Bismarck zusammenhingen.
Er selbst sagt von sich, er sei unge­eignet für die Gründung eines Missionshauses. Als er aber dazu gedrängt wird, ist das Gebet seine beste Ausrüstung.

Von seinen frommen Eltern in Goch (Ndrh.) hat er das Beten gelernt.
Als junger Priester spürt er deutlich, dass die Wiedervereinigung der getrennten Christen nur durch Gebet erwirkt werden kann. Und als seine ersten Missionare in die weite Welt ziehen, weiß er, dass er ihnen keine bessere Hilfe geben kann als eine Schar Beterinnen, die ständig vor dem eucharistischen Gnadenthron Gottes Segen auf die Missionsarbeit herabflehen.
So gründete er unsere Kongregation. Es war am 8. Dezember 1896.
Er gründete sie als eine »kontemplativ-missionarische« Kongregation; er wollte, dass unser ganzes Leben dem Werk der Glaubensverbreitung diente.

Bereits fünf Jahre vor der Gründung unserer Kongregation schreibt er:
»Die Klausurschwestern, die sich den Übungen des beschaulichen Lebens in strenger Klausur widmen, machen ein Leben der Sühne und das Erflehen der Gnade von Gott dem Heiligen Geist im Gebet vor dem Heiligsten Sakra­ment zur Hauptaufgabe ihres Lebens. Dabei soll das Gebet für die Priester, besonders für die der Missionsgesellschaft und für das gesunde sakramentale Leben der Kirche an erster Stelle gepflegt werden.

»Unser Stifter war tief davon durchdrungen, dass ohne Gottes Gnade nichts erreicht werden kann, jede Gnade und Hilfe aber von Gott erfleht wer­den muss. Für ihn war deshalb Missionsarbeit vor allem Gebetsarbeit« (P. Hermann Fischer).

So schrieb er 1903 an unsere erst sieben Jahre bestehende Schwesterngemeinschaft in Steyl:
»Was von Ihnen verlangt wird, ist nicht, dass Sie für Ihre kleinen, armseligen Anliegen beten, die Sie selbst betreffen; die soll man der Güte Gottes über­lassen. Sie aber sollen beten für die großen Anliegen der Welt. Die hl. The­resia von Avila wurde auch oft für geringe Dinge um ihr Gebet ersucht. Aber sie ermahnte ihre Töchter eindringlich, die wichtigen Dinge, welche die Ehre Gottes, die Erlangung der ewigen Güter, die Bekehrung der Welt betreffen,nicht aus dem Auge zu verlieren. Dafür müssen Sie beten. Sie müssen sein wie Mose. Er hatte seine Hände zum Gebet ausgestreckt, als Israel in den Kampf zog. Wenn er sie emporhielt, siegte Israel; wenn er sie aber sinken ließ, siegte Amalek. Diese Aufgabe ist Ihnen zugefallen, und dereinst wer­den Sie darüber gerichtet werden, ob Sie sie treu erfüllt haben.«

In vielen Bereichen bewies Arnold Janssen apostolischen Weitblick: Er er­kannte die Notwendigkeit missionarischer Seelsorge für Südamerika, als kaum jemand für diesen »katholischen Subkontinent« eine Gefahr sah; er schuf eine moderne christliche Presse als »scharfes Schwert« im Kampf derGeister. Die moderne Exerzitienbewegung verdankt ihm starke Impulse, und die Gründung des weltweit anerkannten »Anthropos-Institutes« beruht auf seiner Initiative. Er bildete einheimische Priester unter den Negern der Südstaaten der USA heran, als noch keiner an einen schwarzen Bischof dachte.

Arnold Janssen war trotz aller Aktivität ein zutiefst kontemplativer Mensch. Jeden dieser Schritte hatte er vorher in persönlicher Begegnung mit Gott im Gebet vorbereitet. All sein Tun war hineingenommen in das gnadenhafte Walten des Dreieinigen Gottes. Es ging ihm um die vertrauende und lieben­de Hingabe an Gott, um die Ehre Gottes, um die Heimholung der Men­schen und der Welt, um die persönliche sich vertiefende Vereinigung mit Gott. Dies ist das Geheimnis jeden kontemplativen Lebens, wie es auch Be­nedikt, Franziskus und Dominikus gepflegt haben. Menschen, die so inner­lich bei Gott bleiben, sind wie Brücken zwischen ihrer Zeit und dem ewigen Gott.

Am Weltmissionssonntag des Jahres 1975, dem 19. Oktober, wurde Arnold Janssen, der Gründer des Steyler Missionswerkes, zusammen mit dem er­sten Missionar seiner Missionsgesellschaft, P. Josef Freinademetz, von Papst Paul VI. seliggesprochen.

Warum wurde das Kloster der HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT geweiht?
Unser Gründer, Arnold Janssen, brachte schon von seinem Elternhaus eine ausgeprägte Verehrung der Heiligsten Dreifaltigkeit mit. Dieses zentrale Geheimnis unseres christlichen Glaubens erfüllte ihn ganz, und er wünschte, dass es auch das Leben seiner geistlichen Söhne und Töchter bestimme.
Unser Stifter wusste:
Je tiefer ein Mensch in Christus ruht, desto klarer schaut er IHN als die zweite göttliche Person, eins mit dem Vater und dem Heiligen Geist; denn der Blick auf den Gottmenschen Jesus Christus öffnet die Sicht auf die HEILIGSTE DREIFALTIGKEIT.

Darum sagt unsere Regel:
»Der Verherrlichung des dreifaltigen Gottes gilt unser stetes Bemühen; unser Leben soll zu einer Antwort werden auf Seine Liebe und auf Seinen Heilswillen, der uns geoffenbart wurde durch Jesus Christus, das fleischgeworde­ne Wort, in dessen Geist wir Zugang zum Vater haben.«
»Da wir Dienerinnen des Heiligen Geistes sind, nimmt Gott der Heilige Geist und Sein Heilswirken einen hervorragenden Platz in unserem Glaubensle­ben ein.
Im Heiligen Geist beten wir den Vater an und bekennen Jesus als unseren Herrn; von ihm lassen wir uns einführen in das Geheimnis des dreifaltigen Gottes und seinen Heilsplan.«

Christus, das Göttliche Wort, hat uns durch Sein Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung den Weg zum Dreifaltigen Gott geöffnet. In der heiligen Eucharistie ist Er uns so nahe, dass wir durch Ihn den Vater erkennen im Heiligen Geist. Darum ist der Dienst der Ewigen Anbetung unsere freudige Antwort auf die unendliche Liebe Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. 

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